Laut den am 23. Juni von der World Steel Association veröffentlichten Daten ging die weltweite Rohstahlproduktion im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % auf 157,9 Millionen Tonnen zurück. Die Gesamtproduktion in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 erreichte 773,1 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 1,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
China, der größte Stahlproduzent der Welt, verzeichnete im Mai einen Rückgang der Produktion um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr auf 84,4 Millionen Tonnen, wobei die Gesamtproduktion um 3,9 % auf 415,5 Millionen Tonnen zurückging. Im Gegensatz dazu verzeichneten Indien und die Vereinigten Staaten weiterhin ein solides Wachstum, was die zunehmende Divergenz in den globalen Stahlproduktionsmustern verdeutlicht. Indien produzierte im Mai 14,1 Millionen Tonnen (+1.9 %), während die US-Produktion auf 7,5 Millionen Tonnen (+9.2 %) stieg. Nordamerika stieg insgesamt um 15,6 %, während die EU-27 um 0,4 % zurückgingen, was auf eine anhaltende Nachfrageschwäche in Europa hindeutet.
Branchenbeobachter von Carbon Trust Asia stellten fest, dass der globale Übergang zu „grünem Stahl“ weiterhin durch das Fehlen einheitlicher CO2-Bilanzierungsstandards, hohe Dekarbonisierungskosten und eine begrenzte Skalierbarkeit wasserstoffbasierter Stahlherstellungstechnologien eingeschränkt wird.
Auf der Nachfrageseite bleibt Chinas inländischer Stahlverbrauch trotz starker Exportleistung bei Automobilen, Maschinen und Haushaltsgeräten unter Druck. Exporte sind weiterhin die wichtigste Stütze für die Stahlnachfrage angesichts der schwächeren Inlandsverbrauchsindikatoren.

Unterdessen hat die vietnamesische Hoa Phat Group eine neue Produktionslinie für warmgewalzte Coils mit einer Kapazität von 5,5 Millionen -Tonnen- in Betrieb genommen, was den Wettbewerb auf dem asiatischen Stahlmarkt weiter intensiviert.